Violettes Parament - Ein Warten auf Durchbruch

Und siehe der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.
Matthäus 27/51

Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unseren Herzen und los in unserem Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser.
Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat ...

Hebräer 10/19ff

Violett, die Farbe der Advents- und Passionszeit, des Buß- und Bettags, ursprünglich strenge Fasten- und Vorbereitungszeiten auf die beiden größten christlichen Feste hin, ist ihrem Charakter nach still, zurückhaltend, dumpf.

Advent, Passion sind ein Warten.
Ein Warten auf Licht.
Ein Warten auf Durchbruch.
Ein Warten auf Befreiung.
Ein Warten auf Freude.
Ein Warten auf einen Neuanfang.

Mit dem Zerreißen des Vorhangs im Tempel in Jerusalem wurde der Weg zum Heiligtum frei.

Der Zugang zu Gott, der vorher nur stellvertretend durch den Hohenpriester zelebriert werden durfte, ist nun für jeden ganz persönlich möglich - nicht von ungefähr genau zu dem Zeitpunkt, als Jesus am Kreuz draußen vor der Stadt das "Vollbracht" ausgesprochen hatte.

Ganz nahe beieinander liegen
Tod und Auferstehung,
Schatten und Licht,
Leiden und Freude,
Trostlosigkeit und Hoffnung,
Blut und verbundene Wunde,
Gericht und Barmherzigkeit,
Durststrecken neben frischen Quellen,
dornige Wege neben grünen Auen.

Gott bleibt nicht anonym. Deshalb Jesus Christus.

Gudrun Willenbockel, Magdeburg, im November 2003